Rheinhausen braucht Dich !

💚 Wir sind ständig auf der Suche nach DIR. Warum? Weil DU Rheinhausen bist, DEIN Herz für DEINE Hood schlägt und DEIN Potential, DEIN Wissen und DEIN Können für unsere gemeinsame Stadtteilgestaltung unheimlich wertvoll ist.  RHEINHAUSEN braucht DICH und wir suchen DICH für unser Du bist Rheinhausen Team.

💚 Im Moment bewegt sich sehr viel bei DbR und in Rheinhausen und weil wir noch mehr Menschen in Rheinhausen erreichen wollen und Euch noch besser über alles auf dem Laufenden halten wollen, würden wir gerne in  Sachen Kommunikation stärker werden. Wir suchen Mitstreiter*Innen die Lust haben uns bei unserer Social Media Kommunikation zu unterstützen, unseren TIKTOK Kanal aufzubauen, die Webseite aktuell zu halten oder Blogartikel zu schreiben. WordPress und Canvas Kenntnisse wären ebenfalls ideal.

Und an dieser Stelle danken wir auch nochmal ganz offiziell @SuzanaHanzen, die uns in den letzten  Jahren so großartig bei allen Kommunikationsangelegenheiten unterstützt hat.- DANKE 💕🙏

💚 Wenn Du mit Kommunikation so gar nix am Hut hast, hast Du vielleicht Interesse unser Dreck Weg Organisationsteam zu unterstützen. Zum Beispiel Starten wir demnächst mit der Organisation des @Rhine Clean Ups. Auch unsere Bienenweidentruppe freut sich über weitere Blumen-und Insektenliebhaber, die Lust haben an den Beeten zu gärtnern oder einfach Gießpaten in den Sommermonaten sein wollen.

💚 Schau hier auf unserer Team-Seite, gerne mal rein wer schon  alles dabei ist und warum.

💚 Und wichtig für Dich zu wissen ist vielleicht auch : NIEMAND muss bei uns Vereinsmitglied werden. Jeder kann mit uns je nach Zeit, Interesse und Kapazitäten mitmachen. Verbindlichkeiten finden  auch wir lästig und der Spaß steht für uns an erster Stelle.

Wenn Du jetzt richtig Lust hast, bei Du bist Rheinhausen dabei zu sein, dann melde Dich doch bei : anne@du-bist-rheinhausen.de

Wir freuen uns sehr auf Dich !

Anne

Wir sagen von Herzen Danke

Ein buntes, engagiertes, erfolgreiches und wunderschönes Jahr 2023 in Rheinhausen neigt sich dem Ende zu. Und wir möchten diesen Moment nutzen, um nochmal Revue passieren zu lassen, was wir gemeinsam erlebt und erschaffen haben für uns, für Euch, für Rheinhausen:

  • an 6 Dreck Weg Aktionen haben ca. 120 Mitstreiter*Innen ca. 450 kg Abfall von unseren Straßen, Parks, Wiesen und dem Rheinufer gesammelt
  • unsere Bienenweidenbeete waren das ganze Jahr über ein echter Hingucker und Wohlfühlort an dem sich viele Rheinhauser*Innen gerne aufgehalten haben
  • erstmals waren wir Mitorganisator von „Rheinhausen bittet zu Tisch“
  • unsere weiterhin andauernde Kronkorken- Sammelaktion ist gestartet und wir haben bis jetzt über 50kg Rheinkronen sammeln können
  • durch unsere Teilnahme am jährlichen NABU-Insektensommer machen wir den Artenschutz nun messbarer
  • wir sind Teil der Initiative „Duisburg Summt“ und damit vernetzt mit weiteren Mitstreiter*Innen, denen der Artenschutz ebenfalls am Herzen liegt und
  • konnten außerdem 11 Nistkästen für Meisen und Fledermäuse an den Beeten Schwarzenberger Str. aufhängen
  • eine Bank zum Verweilen, gesponsert von der Stadt Duisburg, steht dank unserer Initiative seit kurzem am Dreiecksbeet
  • wir haben die Zusammenarbeit mit den Kids der Stadtteil AG der Grundschule Krefelder Straße gestartet

Das alles wäre ohne Euren Einsatz, Eure Spenden, Eure Unterstützung, Eure Offenheit, Eure Ideen und Eure Kreativität nicht möglich gewesen. Wir danken Euch von Herzen, dass Ihr Euch gemeinsam mit uns für Rheinhausen und die Menschen, die hier leben und arbeiten engagiert und eure Zeit schenkt.  Wir freuen uns auf ein aufregendes Jahr 2024 und auf alles, was wir für und mit Euch in Rheinhausen bewegen können, denn

„Wenn Du es träumen kannst, kannst Du es auch tun“

(Walt Disney)

Allen die Weihnachten feiern, wünschen wir ein zauberhaftes Weihnachtsfest im Kreise Eurer Liebsten, allen anderen einen ruhigen und schönen Jahresausklang und Euch Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2024

Euer Du bist Rheinhausen Team

Neues Zuhause für Bienenvölker gesucht

Liebe Mitbürger*innen

wir, Karin und Ute, haben seit diesem Sommer Bienen. Derzeit stehen sie auf einem Gelände in Rumeln Kaldenhausen. Wir möchten sie aber näher zu uns (Hochemmerich) holen.

Was wir für einen Bienenstand suchen:

Eine Fläche von ca. 4 – 6 qm, für 2 Europaletten und etwas Platz drum herum. Auf den Paletten sollen dann 2 Beuten stehen, d.h. zwei Kästen mit den Bienen (siehe Foto).

Drumherum sollte so viel Platz sein, dass man bequem rumgehen und an den Bienenstöcken arbeiten kann. Die Lage bezüglich Himmelsrichtung oder Sonneneinstrahlung spielt keine Rolle. Ein guter Standort wäre am Rand eines Geländes, Gartens oder einer Fläche. Die Fläche sollte ebenerdig, geschützt und gut zugänglich sein. Zur Haltung bzw. Pflege der Bienen muss die Imkerin jetzt in der kalten Jahreszeit nur ab und zu hingehen und kontrollieren ob die Tiere noch genug Futter haben. Ab dem Frühjahr ist das häufiger notwendig.

Wer also eines solchen Platz zur Verfügung stellen kann oder einen Tipp in diese Richtung hat, darf uns gerne schreiben unter  kternig@gmx.de

Über positive Rückmeldungen würden wir uns sehr freuen 🙂

Karin & Ute

Der Jägerhof in Alt-Oestrum soll wach geküsst werden.

Düsseldorfer Architekt hat den Jägerhof gekauft.

Auf ‘Du bist Rheinhausen’ stellen wir Bürgern unter der Kategorie Bürgeranliegen gern eine Kommunikationsplattform bereit, um ihre Anliegen zu teilen und Mitstreiter*innen zu gewinnen. Setzt euch gemeinsam mit anderen für Eure Herzensthemen ein. Dieser Artikel ist ein Update zum Artikel vom 25.11.2020 „Dem historischen Zentrum von Alt-Oestrum droht Ungemach – Bürger für den Jägerhof in Alt-Oestrum“

Dass im Märchen ein Frosch geküsst wird und sich dann in einen Prinzen verwandelt, ist bekannt. Im wirklichen Leben funktioniert das auch, nicht mit Fröschen, aber mit Gebäuden. Der Düsseldorfer Architekt Andreas Knapp und sein Büro KÜSSDENFROSCH zeigen, wie es geht.

Der Name ist Programm. Seit 2003 werden interessante, erhaltenswerte und außergewöhnliche Gebäude aufgespürt und ein wirtschaftliches Konzept entwickelt, das den Erhalt dieser Gebäude für das Stadtbild und die nächsten Generationen sicherstellt. Die Gebäude werden wach geküsst.

Andreas Knapp ist in Rheinhausen geboren und aufgewachsen. Im Duisburger Westen ist er mittlerweile kein Unbekannter mehr. In Homberg hat er die evangelische Rheinkirche zu einem Kolumbarium umgebaut. Das alte Pumpenhaus an der Königstraße hat er im vergangenen Jahr erworben.

Ebenfalls im vergangenen Jahr hat er den Jägerhof an der Eichenstraße in Alt-Oestrum gekauft.

Ein Blick zurück: Ende 2019 wurde bekannt, dass der Jägerhof abgerissen und durch ein Mehrfamilienhaus mit 13 Wohneinheiten und Tiefgarage ersetzt werden sollte. Die Pläne lagen bereits der Bauverwaltung vor. Einige Nachbarn an der Eichenstraße waren entsetzt. Es war noch nicht lange her, dass der Platz mit der Friedenseiche als Denkmal eingetragen wurde. Die Initiative hierfür begann im Frühjahr 2019 und führte letztlich zum Erfolg. Zusammen mit dem Haus Nr. 26 hatte der historische Kern von Alt-Oestrum zwei Denkmale. Nunmehr bestand die Gefahr, dass der heimelige Charakter von Alt-Oestrum durch ein nicht angepasstes und nicht das Ortsbild berücksichtigende Bauvorhaben erheblich beeinträchtigt werde.

In der Nachbarschaft regte sich Widerstand. Wie sollte eine geeignete Strategie aussehen. Von der Ortspolitik kam leider nicht der gewünschte Rückhalt in der Form, dass die sich für den Fortbestand des Jägerhofs aussprach. Eine dem Ortsbild angepasste Neubebauung sei vorstellbar. Das war nicht hilfreich.

Nun aber zeigte sich, wie bürgerschaftliches Engagement und Eigeninitiative gute Ergebnisse bringen. Das Architektenbüro KÜSSDENFROSCH wurde angesprochen. Recht schnell kam Anfang 2020 ein Termin vor Ort zustande. Andreas Knapp war so von dem Gebäude angetan, dass er 2021 den Jägerhof kaufte. In jenem Jahr fanden auch zwei Nachbarversammlungen statt. Im Mittelpunkt standen Informationen an die Nachbarn und ein reger Austausch von Ideen für eine künftige Nutzung des Jägerhofs.

Doch bis es so weit ist, müssen eine Bestandsaufnahme gemacht und der Sanierungsbedarf ermittelt werden. Entscheidend aber ist, der Jägerhof bleibt erhalten, das Mehrfamilienhaus ist vom Tisch.

Bürgerschaftliches Engagement funktioniert also. Das macht Mut für die Zukunft.

Und die steht bereits auf der anderen Straßenseite vor der Tür. Im November 2021 hat der Rat der Stadt die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich an der Eichenstraße zwischen der Moerser Straße und Burgfeld beschlossen. Ziel ist die Schaffung von Wohnraum. Es ist zu vermuten, dass die Hofanlage nicht Teil der Planung und künftigen Bebauung sein wird. Das Verschwinden der Hofanlage und eine neuzeitliche Bebauung werden die städtebauliche Situation, insbesondere am
Platz mit der Friedenseiche erheblich verändern.

Durchaus vorstellbar ist, wenigstens einen Teil der Hofanlage in das Neubauprojekt zu integrieren oder auch Materialien der Gebäude beim Bau und der Gestaltung der neuen Häuser zu verwenden.

Es bleibt somit abzuwarten, welche Ideen in der nächsten Zeit präsentiert werden, wie mit diesem Kleinod rund um die Friedenseiche umgegangen werden soll und ob der besondere Charakter Alt-Oestrums erhalten bleibt.

Wer wissen möchte, was KÜSSDENFROSCH in den vergangenen Jahren realisiert hat, kann sich das auf der Internetseite www.kuessdenfrosch.haus mal anschauen.

Dieter Recksiegel
Stadtplaner
dieter.recksiegel@gmx.de
02065 899830

„Ich möchte meinen jüngeren Patienten unsere gemeinsame Geschichte nahelegen und den Älteren wortlose Anerkennung zeigen“

Ich heiße Bahar Tekin, geboren bin ich in der Türkei, aufgewachsen in Friemersheim und aktuell wohne ich in Rheinhausen. Ich bin Fachärztin für Innere Medizin und ich eröffne im Mai dieses Jahres eine Hausarztpraxis in Duisburg Rheinhausen, im  ehemaligen Verwaltungsgebäude der Krupp Hüttenwerke-Rheinhausen und in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem denkmalgeschützten Tor 1.

Die Geschichte Rheinhausens ist eng verflochten mit der Geschichte der Firma Krupp. Über ein Jahrhundert zogen die Hüttenwerke Arbeiter regional und überregional bis hin zu Gastarbeitern aus entfernten Ländern wie der Türkei an. Als Kind eines ehemaligen Gastarbeiters der Firma Krupp sind Wegrichtungen und Reisen meines Lebens maßgeblich durch diese gemeinsame Vergangenheit geprägt und eine persönliche Verbundenheit geschaffen worden. 

Mit der angekündigten Schließung 1987 und dem jahrelangen Arbeiterkampf erhielt Rheinhausen bundesweite Aufmerksamkeit und große Solidarität aus der Bevölkerung.  Die Schließung letztlich 1993 stellte einen großen Einschnitt dar, die große Trauer und Verzweiflung bei vielen Rheinhauser*innen auslöste. Krupp war nicht nur ein Arbeitgeber, sondern für viele ein Teil ihrer Identität.

In den Räumen meiner Hausarztpraxis soll unserer gemeinsame Geschichte in einem Ausstellungsbereich mit Fotografien und Exponaten gewürdigt werden. Denn das Begreifen der Gegenwart ist oft nur über das Wissen um die Vergangenheit möglich. Es ist wahr, dass mit der Auflösung der hiesigen Hüttenwerke  1993 eine fast hundertjährige Ära zu Ende ging. Aber da, wo etwas endet, entsteht Raum für etwas Neues, wie nun für meine Praxis. Dort möchte ich nicht nur meine Mitbürger ärztlich versorgen, sondern zugleich ein Zeichen setzen und Hoffnung geben, meinen jüngeren Patienten unsere gemeinsame Geschichte nahelegen und den Älteren wortlose Anerkennung zeigen.

Ich bitte Rheinhauser, die diese Verbundenheit mit mir teilen, um Unterstützung beim Aufbau des Ausstellungsbereichs. Ich suche Bilder oder Gegenstände aus jener Zeit (z.B. ehemalige Mitarbeiterausweise, Schlüssel, Auszeichnungen usw.), die Sie mir mit freundlicher Genehmigung für die Ausstellung zur Verfügung stellen. Mit Ihrer Erlaubnis würde ich die Ausstellungsstücke mit  Daten und Namen ggf. Hintergründen dazu beschildern, um persönliche Geschichten des Einzelnen im Alltag meiner Praxis zu würdigen. Oder bewegende Momente und Erinnerungen, die wir mit Worten, Bildern oder Gegenständen festhalten, teilen und erhalten. 

Mit herzlichen Grüßen

Bahar Tekin

Lest hier mehr dazu, wie ihr eure Geschichten und Ausstellungsstücken teilen könnt. 

 

Dem historischen Zentrum von Alt-Oestrum droht Ungemach – Bürger für den Jägerhof in Alt-Oestrum

Auf ‘Du bist Rheinhausen’ stellen wir Bürgern unter der Kategorie Bürgeranliegen gern eine Kommunikationsplattform bereit, um ihre Anliegen zu teilen und Mitstreiter*innen zu gewinnen. Setzt euch gemeinsam mit anderen für Eure Herzensthemen ein. 

Dieter Recksiegel sucht Rheinhauserinnen und Rheinhauser, die sich mit ihm für den Erhalt des Jägerhofs in Alt-Oestrum, mindestens aber für eine historisch angemessene Neubebauung auf dem Grundstück des Jägerhofs einsetzen. Zusammen mit den umstehenden Gebäuden (Hausnummer 26 und 28) sowie der Friedenseiche samt Gitterzaun bildet der Jägerhof ein Ensemble, das  für das historische Stadtbild in Alt-Oestrum steht und nicht nur aus seiner Sicht, unbedingt erhalten werden muss. Es gilt gemeinsam die Initiative zu ergreifen und bei einer Planung für die Neubebauung aktiv mitzuwirken.

Dieter Recksiegel, Stadtplaner

Ein Investor beabsichtigt, den Jägerhof an der Eichenstraße in Alt-Oestrum abzureißen und dort ein Mehrfamilienhaus mit 13 Wohneinheiten samt Tiefgarage zu errichten. Seit Oktober treibt die Sorge um den Erhalt dieses Kleinods, den historischen Mittelpunkts von Alt-Oestrum mich und etliche Nachbarn sowie andere in Rheinhausen um. Blankes Entsetzen von direkten Nachbarn, Befürchtungen, Alt-Oestrum könnte nachhaltigen Schaden nehmen.

Ein Blick zurück. Im vergangenen Jahr waren die Friedenseiche und deren Erhalt ein großes Thema. Als Folge des Engagements von Bürgerinnen und Bürgern hatten dann Teile der Bezirksvertretung Rheinhausen  eine Unterschutzstellung nach Denkmalschutzgesetz gefordert. Die Denkmalbehörde der Stadt Duisburg hat schnell reagiert und die Eiche einschließlich Baumscheibe und historischem Gitter unter vorläufigen Schutz gestellt. Das Gebäude Eichenstraße 28 ist schon seit längerem als Denkmal eingetragen. 

In der Beschlussvorlage der Denkmalbehörde vom Herbst dieses Jahres für die Eintragung des Ensembles mit der Eiche in die Denkmalliste finden sich die nachfolgenden Aussagen:

„Zusammen mit dem deutlich überwiegenden Teil der benachbarten Bebauung markiert der Platz mit der Friedenseiche eines der beiden historischen Siedlungszentren von Oestrum. Aufgrund Größe und rechtlicher Stellung der dortigen Hofstellen können Platz und Bebauung rund um die Eiche sicher auch als das bedeutendere der beiden Zentren angesehen werden. Zusammen mit den Gebäuden Nr. 21, Nr. 26, Nr. 28 ist die Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzte Eiche integraler Teil eines Ensembles, das schon seit langem bekannt und als Sehenswürdigkeit präsent ist (vgl. die bekannte historische Ansichtskarte) und bis heute einen positiven, über die Grenzen Oestrums hinaus bekannten Akzent im Siedlungsbild bildet. Die Friedenseiche besitzt mithin hohe raumdefinierende und bildhafte Wirkung. Besondere Ausschmückung erfuhr sie durch ein Ziergitter und eine umgebende, platzartige Fläche, die den Baum aus den Fahrbahnen der Straßen abhebt. Sie ist im Sinne des Denkmalschutzgesetzes unverzichtbar für das Ortsbild, welches durch umgebende, im Erscheinungsbild mind. aus dem 19. Jahrhundert stammende, im Ursprung aber wesentlich ältere Bebauung (Hofanlagen und Gaststätte) ein noch dichtes historisches Gepräge besitzt. Wenn der heimelige Charakter des Dorfes Oestrum innerhalb der Großstadt Duisburg heute wiederholt gepriesen wird, wird in aller Regel genau auf diesen Platz rund die Eiche und die umgebende Bebauung Bezug genommen. Der Platz mit Baum stellt also einen ganz wesentlichen Teil des historischen und aktuellen städtebaulichen Charakters Oestrums dar.“

Besser lässt sich die Situation nicht beschreiben. Doch durch das Bauvorhaben auf dem Grundstück des Jägerhofs wird genau dieser heimelige Charakter gefährdet. Das sehen viele so. Auch die Denkmalbehörde der Stadt hat die Denkmalwürdigkeit des Gebäudes geprüft. Die Prüfung ist negativ ausgefallen. Zuviel wurde in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Der Originalzustand ist nicht mehr gegeben. Der Jägerhof ist und wird kein Denkmal.

Ich war als Stadtplaner bei der Stadt Duisburg mehr als 30 Jahre für Rheinhausen tätig. Viele Projekte habe ich begleitet. Meinen kritischen Geist habe ich mir erhalten. Der zeigt sich auch bei der Beurteilung des aktuellen Vorhabens. Tatkräftige Unterstützung erhalt ich derzeit von einer der Betroffen an der Eichenstraße. Brigitte Dingermann wohnt direkt nebenan und zeigte sich entsetzt über die Planung eines riesigen Wohnblocks, der den Dorfcharakter mit einem Schlag zerstören würde.  Ob man denn in Rheinhausen alles Schöne vernichten müsse, fragt sie.

Auch wenn der Jägerhof kein Denkmal ist, dürfen Investoren dort nicht nach Belieben planen und bauen. Nach dem Denkmalschutzgesetz ist jedes Vorhaben in der engeren Umgebung eines eingetragenen Denkmals Erlaubnis pflichtig. Und in der engeren Umgebung gibt es zwei Denkmale, Haus Nr. 28 und das Ensemble mit der Eiche.

Darüber hinaus hat die Verwaltung zu prüfen, ob das beantragte Mehrfamilienhaus auch planungsrechtlich zulässig ist und sich in die Umgebung einfügt. Hierzu gibt es zahlreiche Stimmen, die das verneinen und bereits auf diesem Wege die Verhinderung des Baus sehen oder hoffen. Doch auch wenn das eintreten sollte, wäre das grundsätzliche Problem an der Eichenstraße nicht gelöst. Kommt der nächste Investor, geht das Spiel von neuem los. Diese Verhinderungsstrategie mit Warten auf die nächste Planung kann nicht die Lösung sein. Was hier erforderlich ist, ist eine aktive Herangehensweise. Also nicht fortwährend schlechte Entwicklungen verhindern, sondern stattdessen eine gute Entwicklung für Alt-Oestrum fördern.

Jedes Bauvorhaben an dieser Stelle muss sich mit dem historischen Zusammenhang und den damit verbundenen qualitativen Anforderungen an Gebäudegröße, -höhe, Proportionen, Gestaltung und Materialien auseinandersetzen. Das bedeutet einen aufwendigen Abstimmungsprozess zwischen Eigentümer, Investor, Planung, Denkmalschutz und letztlich auch den Menschen vor Ort, die am Ende mit der neuen Situation leben müssen. Wir dürfen nicht leichtfertig mit dem historischen Erbe in Alt-Oestrum umgehen, indem wir den Prozess der Neuausrichtung dem freien Spiel der Kräfte überlassen. Das ist – erfahrungsgemäß – bisher selten gut ausgegangen.

Schließlich ist die Seite der Eichenstraße mit dem Jägerhof nur einer von zwei Standorten künftiger Entwicklungen. Auf der anderen Seite, wo sich die Hofstelle befindet, gibt es ebenfalls seit Jahren Bestrebungen für eine Neubebauung. Im vergangenen Jahr hat die Bezirksvertretung Rheinhausen beschlossen, hier einen Bebauungsplan für eine Wohnbebauung aufzustellen. Wenn es also schlecht läuft mit der baulichen Entwicklung, werden wir den Platz um die Eiche in einigen Jahren nicht wiedererkennen. Der heimelige Charakter ist in Gefahr zu verschwinden.

Die Ortspolitik hat sich auch schon geäußert, indem sie mitteilte, dass am Standort des Jägerhofs Einfamilienhäuser errichtet werden sollten. Das ist zu wenig und stellt kein tragfähiges Konzept dar. Sie sollte sich klarer positionieren und die Verwaltung auffordern, eine Strategie, eine Planung  für diesen Ort zu erarbeiten, die die Rahmenbedingungen für eine bauliche Entwicklung und eine Orientierung für Investoren, Bauherren und Architekten vorgibt. Mit dem Blick auf den historischen und denkmalgeschützten Kontext.

Das Ziel muss deshalb  jetzt sein, dass alle am Prozess beteiligten Akteure als erstes einen Stopp der aktuellen Planung vereinbaren und dann ein Konzept entwickeln, wie das historische Zentrum von Alt-Oestrum künftig aussehen soll. Ob das mit einem veränderten / umgebauten / neugenutzten Jägerhof sein wird oder mit einer denkmalverträglichen Neubebauung, bleibt dahin gestellt. Ebenso ist die Seite mit der Hofstelle in dieses Konzept einzubeziehen. Entscheidend ist, die Initiative zu ergreifen, aktiv den Prozess zu gestalten und nicht nur zu reagieren. Das macht Mühe, wird sich aber auch lohnen.

Dieter Recksiegel,

Email: dieter.recksiegel@gmx.de

Telefon: 02065 899830