Werde zum Geschichtenretter!

Bisher haben wir mit  Du bist Rheinhausen den Blick vor allem in Rheinhausens Zukunft gerichtet. Aber die Vergangenheit der Rheinhauser*innen und damit von Rheinhausen beginnt mit der 100 jährigen Geschichte der Krupp Hüttenwerke. Also fragen wir uns: Gibt es da einen Schatz unzähliger persönlicher Geschichten, der uns alle über Generationen hinweg verbindet und endlich gehoben werden will? Haben wir aufgehört, diese Geschichten in der Öffentlichkeit zu erzählen? Wo ist der Ort in Rheinhausen, an dem wir uns gemeinsam erinnern können, mit wieviel Herzblut die Kruppianer und Ihre Familien für eine Firma und Rheinhausen gelebt haben, die Ihnen so viel gegeben hat, aber am Ende noch viel mehr genommen.

Rheinhausen war Krupp und Krupp war Rheinhausen 

Eine Nachricht von Bahar Tekin hat uns zwei Jahre nach dem Start der Initiative erinnert: “Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer die Gegenwart nicht versteht, kann die Zukunft nicht gestalten.” * 

Frau Tekin schrieb uns von ihrer Ideen, in ihrer ganz neu entstehenden Praxis am Tor 1 auch Raum für eine Ausstellung zu geben, die an die Krupp-Vergangenheit dieses geschichtsträchtigen Ortes erinnert. Dafür wolle sie die Rheinhauser*innen auffordern, ihre Geschichten zusammen mit Ausstellungsstücken zu teilen. (Lest hier mehr von Bahar Tekin)

Wir freuen uns, dieses Vorhaben zusammen mit Bahar umzusetzen und hoffen, ihr habt auch Lust, uns bei diesem neuen Projekt zu unterstützen.

Lasst uns zusammen Geschichten davor retten, in Vergessenheit zu geraten. Denn eins ist klar: Die Zeugen dieser Zeit werden nicht ewig unter uns sein und davon erzählen können. In der Praxis am Tor 1 von Frau Tekin erwecken wir ihre Geschichten zu neuem Leben und auf Du bist Rheinhausen wollen wir sie für jeden sichtbar machen und unsere gemeinsame Geschichte würdigen.

Wir spüren, dass von dem Arbeitskampf 1989 bis heute viel Wut, Traurigkeit, Enttäuschung und Frust geblieben sind. Diese Emotionen liegen noch immer über den Dächern und in den Straßen von Rheinhausen. Rheinhausen und jeder Kruppianer, der Rheinhausen ausgemacht hat, hat damals ein großes Stück Identität verloren. Vermutlich ist es das, was wir erst verstehen müssen, um Rheinhausen neues Leben zu verleihen

Hömma! Rheinhausen erzählt

Deshalb rufen wir Dich auf: Werde zum Geschichtenretter. Was verbindest Du mit den Rheinhauser Krupp Werken? Welche Erinnerungen hast Du an diese Zeit? Welche Geschichten werden in Deiner Familie erzählt, welche Geschichten hast Du selbst? Lasst uns einen Schatz an Erinnerungen zusammentragen.

Gibt es einen Gegenstand, den Du für Dich aufbewahrt hast oder ein Foto, das Deine Erinnerungen an diese Zeit bewahrt? Fragt Eure Eltern, Großeltern, und Urgroßeltern! Kramt im Keller und Dachboden. Blättert durch die Fotoalben. Wo sind unsere ehemaligen Kruppianer*innen Krupp-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen? Schickt uns Eure Geschichten als Audio-Aufnahme, Text, oder auch Video und, wenn möglich auch ein Foto von einem Ausstellungsgegenstand oder Foto, das zu der Geschichte gehört an Sabine Hildebrand unter GeschichtenRetter@Du-bist-Rheinhausen.de

Die Idee für die Ausstellung ist, dass sie lebt! Das bedeutet, dass sie dauerhaft besteht und die Geschichten immer wieder ergänzt und ausgetauscht werden sollen. Die Stücke, die Ihr also für die Ausstellung zur Verfügung stellt, sollen lediglich eine Leihgabe sein und bekommt Ihr selbstverständlich nach einer gewissen Zeit zurück. Da die Praxis bereits im Mai eröffnet wird, wäre es super, wenn wir zur Eröffnung bereits die ersten Geschichten im Ausstellungsbereich präsentieren könnten.

Hier geht’s zur Hömma! Rheinhausen erzählt Projektseite

Hier könnt ihr mehr von Bahar Tekin lesen, die das Projekt initiiert hat

*Das Zitat von August Bebel überschreibt die Arbeit des Vereins Vorwärts Erinnern, der das Krupp-Archiv in Rheinhausen aufbaut und erhält. 

Comments
  • Liebe Bahar,
    Gratulation zur Praxiseröffnung.
    Ich habe Sabine gerade angefragt, ob wir uns vor Ort einmal treffen könnten.
    Viel Erfolg nun, und liebe Grüße
    Ingrid Lenders

    • Sabine Hildebrand sagt:

      Liebe Ingrid,

      vielen lieben Dank für Deine Nachricht! Ich habe Dir vorhin per Email geantwortet.

      Liebe Grüße

      Sabine

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